Der Dichter

Der Dichter sitzt, schwitzt, grübelt stumm.
Das Blatt, es bleibt jungfräulich leer.
Er kaut auf seinem Bleistift rum.
Wo nimmt er bloß die Worte her,
um Gefühle aufzuschreiben?
Er wartet das Entrée der Muse.
Doch sie bleibt weg, er kann‘s nicht leiden.
Was er nun schreibt, geht ins Abstruse.

Das dritte Blatt zerknüllt er fluchend;
sein Bleistift ist am End‘ klatschnass.
Idee ist weg! Zusammenhänge suchend
vergeht ihm schnell die Lust, der Spaß.

Doch unvermittelt kann es kommen,
dass die Muse knutschend kommt.
Wenn er dann kein Blatt genommen,
will er sich's merken, vergisst es prompt.
Dann sehen wir den Dichter wieder
am Bleistift kauend sitzend da.

Wenn es gelingt, werd'ns schöne Lieder,
Gedichte einfach wunderbar.

 

(c) 1999 Sebastian Grund