Ohne Worte

Es ist donnerstag nacht
in der siebenundvierzigsten woche,
der mond betrachtet mich.
ich gehe - weit und
.....................................ohne worte.

Ich gehe sinnlos - ohne sinn;
bei vier grad minus:
ausgelassene menschen,
gute brillen und teure autos
springen von großen plakaten
mir mitten ins gesicht...
rutscht mir doch den buckel runter!
ich denke an die selbstmörder,
heute nacht - ich denke...
.....................................ohne worte.

Die straßen sind leer und
ich gehe allein -
wieder einmal allein,
niemand der auf mich wartet,
kaum einer sagt:
"das hätte ich so gemacht".
du, ich geb' ne party
"ich komm so gegen acht."
du, ich hab da ein problem
"man sieht sich"
.....................................ohne worte.

Ich bin arbeitslos -
fast jeder dritte ist's,
du bekommst doch bald nen job!
das schon -
ich bin bloß arbeitslos.
Auf meinem weg
versteh ich plötzlich
den kleinen prinzen Besser...
er hatte es gut,
er konnte verschwinden
.....................................ohne worte.

In der mitte
meines weges
fand ich einen baum
voll weidenkätzchen -
im november

und ich musste
lächeln.

 

(c) 1991 Sebastian Grund